Kurz vor Bad Bergzabern liegt der kleine Ort Kapellen-Drusweiler, umgeben von Feldern und Weinbergen. Ein wenig tiefer im Gelände hinein befindet sich der Keschdebusch, wo jedes Jahr das Scuzzlebutt & Schorlepunx Open Air stattfindet. Im Juli ist dieses gemütliche DIY-Festival traditionell ein Treffpunkt für Punk- und Metalfans aus der Südpfalz. DIY? Ja richtig, der Scuzzlebutt Schorlepunx e.V. veranstaltet dieses Fest jedes Jahr selbst, gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern. Eintritt? Ein freiwilliger Spendenbetrag. Am 17. und 18.07,26 war es also wieder soweit und das Line-Up bot jeden Menge Abwechslung, blicken wir nun einmal auf die beiden Tage zurück.
Konzertbericht
Das Scuzzlebutt & Schorlepunx Open Air 2026 - 17./18.07.26
Rotzepfütze live
Das Scuzzlebutt & Schorlepunx Open Air begann mit dem erst zweiten Konzert von Rotzepfütze. Nach eigener Aussage spielten sie Boomer Palz Punk, sprich Punkrock mit Texten im pfälzer Dialekt.
Musikalisch machten sie einen sehr, sehr guten Eindruck und konnten gleich mehrfach einen kleinen Mosh Pit vor der Bühne entfachen. Auf humorvolle Art und Weise war das alles in allem ein toller Auftakt ins Festival
Hedvig live
Als zweites ging das Trio Hedvig aus Freiburg auf die Bühne. Nun gab es Thrash Metal auf die Ohren, der auch sehr gewaltig aus den Boxen drang. Ausgestattet mit zwei Gesangsstimmen, die sich sehr gut ergänzten, machten Hedvig keine halben Sachen. Sie stellten immer wieder ihr technisches Können unter Beweis und waren eine äußerst positive Überraschung.
Subtrash live
Und da stand auch schon das nächste Trio in den Startlöchern. Subtrash waren an der Reihe und hatten saftigen Death N Roll mit dabei. Ein drückender Bass wurde von einer scharfen Gitarre und krachenden Drums ergänzt. Dazu kamen schließlich auch die fiesen Vocals, die zur Mitte hin auch einen ordentlichen Mosh Pit in Gang brachten. Auch der dritte Auftritt des Abends ließ keine Wünsche offen.
Call of the Sirens live
Der erste Festival Tag endete mit der Rückkehr der Todespfälzer. In gewohnter Manier rissen sie mit ihrem eigens kreierten Trash Metal alles ab: irgendwo zwischen Melodic Death Metal und Core drehten sich die Songs um Trash Filme und nahmen Bezug auf die Saga der Todespfälzer. Wer die Band kennt, weis, dass sie jedes Mal tatkräftige Unterstützung mit an Bord haben: So ging Megalodon der Megahai Crowdsurfen, während sich der Drunken Werewolf in den Pit stürzte. Auch der Schorlinator war mit von der Partie, der sich mit Admiral Alpha duellierte. Nach vielen Jahren kehrte der alte Hit Contest Incest auf die Bühne zurück und mit ihm auch die Kultfigur des Hausmäschders. Insgesamt ein großartiger Abschluss des Tages.
Andy Koitzsch live
Eröffnet wurde der zweite Festival Tag von Andy und seiner Acoustic Gitarre. Der Singer/Songwriter kehrte zum ersten Mal seit 15 Jahren aufs Scuzzlebutt zurück und war ein sehr cooler Opener am Samstag. Mit viel Humor und abwechslungsreichen Texten auf Deutsch, machte dieser Auftritt viel Spaß
Dauerkatheter live
Weiter ging es dann mit Dauerkatheter aus Speyer, die nach eigener Aussage Hinterhof Hardcore spielten. Inhaltlich ging es u.a. um Bier, Döner, E-Roller oder Hass. Allgemein ein äußerst unterhaltsamer Auftritt, das Trio kam sehr gut an. Die ersten Fans schwangen vom Start weg das Tanzbein und starteten einen kleinen Circle Pit. Zwischenzeitlich ging ihr Sänger Bier für alle holen und mischte sich unter die Leute, um mit ihnen anzustoßen. Auch der zweite Auftritt war ein richtig cooler.
Neuro Numb live
Dann gab es eine Premiere zu feiern, denn Neuro Numb aus Landau spielten ihren ersten Auftritt überhaupt. Musikalisch boten sie uns eine melodische Mischung aus Metalcore und Hardcore, bei der Clean Vocals immer wieder um sehr starkes Screaming erweitert wurden. Zwar zeigte sich das Publikum weniger bewegungsbegeistert als es dieser Auftritt verdient hatte, dennoch machten sie ihre Sache sehr gut und waren für mich die Neuentdeckung des Wochenendes.
Woolf Mountain live
Als nächstes stand eine gewaltige Portion Stoner-/ Fuzz Rock auf dem Programm. Woolf Mountain waren an der Reihe und konnten eine Menge Leute vor die Bühne locken. Musikalisch bewegten sie sich irgendwo zwischen Motörhead und Black Sabbath und machten ihre Sache ausgesprochen gut. Untermalt wurde die Show von grünen und blauen Nebel, der wunderbar nach Piña Colada duftete. Auch das war ein wirklich toller Auftritt
Faktor 8 live
Als Vorletztes servierten uns Faktor 8 eine Runde Thrash Metal und brachten erneut eine Menge Bewegung vor die Bühne. Von Anfang an gaben sie mächtig Gas, konnten das Tempo aber auch immer wieder gekonnt rausnehmen. Mit Read the Manual spielten sie außerdem ihren ersten neuen Song seit 30 (!) Jahren, denn Faktor 8 gehören zu den Urgesteinen der Pfälzer Metal Szene. Erst vor ein paar Jahren fanden sie wieder zusammen und machen Live jede Menge Spaß
Wishing Wells live
Als Letztes gingen Wishing Wells aus Karlsruhe auf die Bühne, die eine gute Mischung aus Alternative Metal und Hardcore/Punk dabei hatten. Mit Shoutings und gleich zwei klaren Gesangsstimmen luden auch sie sehr zum Tanzen ein und kamen sehr gut an. Man spürte zu jeder Sekunde die Leidenschaft der Musiker, mal ruhiger und mal brachialer war das ein würdiger Abschluss für diese zwei Tage
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